Michael Goldmann -

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Donnerstag, 9. September 2010

„Besorgte Borkumer Bürger“ (BBB) brauchen Unterstützung

Das Gespräch mit der Bürgerinitiative "Besorgte Borkumer Bürger" (BBB) habe ich im März 2009 in Begleitung von Kreistagsmitglied Arnold Venema und Leeraner Stadtratsmitglied Sandra Bockhöfer bei einem Besuch auf Borkum gesucht.

Die überparteiliche BBB hatte sich aus den Protesten gegen die geplanten Kohlekraftwerke in Eemshaven formiert, die durch die Industriegiganten RWE aus Essen und Nuon aus den Niederlanden betrieben werden sollen. Nach Auskunft Gregor Ulsamers, Vorsitzender des Borkumer Heimatvereins und Sprecher der Initiative, werden die Kohlekraftwerke in Eemshaven jährlich 1750 Tonnen giftige Feinstäube, 17.500 Tonnen Schwefeldioxid sowie weitere Schadstoffe aus ihren Schornsteinen blasen.

Durch diese mögliche zukünftige Belastung sieht die BBB die Existenzgrundlage der Inselbewohner, nämlich die überregionale Bedeutung Borkums als Reinluftgebiet mit Hochseeklima, vor allem aber auch das Prädikat "Nordseeheilbad" dramatisch gefährdet.

Das Hochseeklima ist Grundbedingung zur Therapie für Menschen mit Atemfunktionsstörungen. Die Patienten profitieren insbesondere vom natürlichen Aerosol feinster Salzpartikel in der Seeluft, die eine Reinigung und Regeneration der Bronchien bewirken. Dr. Norbert Pöschke, langjähriger Leiter einer bundesweit bedeutenden Borkumer Klinik erhebt nun die These, dass die Aerosole sich in Schadstoffbinder wandeln, sofern sie physikalisch oder chemisch mit Feinstäuben aus Verbrennungsvorgängen in Kontakt treten.


Ich nehme die Sorgen der BBB und aller Inselbewohner sehr ernst und will die offenen Fragen um die Auswirkung der Schadstoffe auf das Reinluftgebiet Borkum im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens geklärt wissen. Inwieweit die Vermutungen Dr. Pöschkes in der Beurteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums zur Resolution der ostfriesischen Inseln von April 2008 Berücksichtigung gefunden haben, werde ich ebenfalls durch eine Anfrage an Staatssekretär Dr. Birkner klären.

Unter Berücksichtigung der vorherrschenden Westwinde, dürften als Betroffene auch die Stadt Leer sowie der Landkreis Leer ein Interesse daran haben, die Auswirkungen der geplanten Kohlekraftwerke in Eemshaven zu thematisieren. Deshalb forderten die Stadtratsfraktionsvorsitzende Sandra Bockhöfer sowie Kreistagsfraktionsvorsitzender Arnold Venema eine intensive Diskussion in den zuständigen Ausschüssen.
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