Michael Goldmann

zurück | Michael Goldmann bei facebook | Kontakt | Startseite | Seite weiterempfehlen | Druckversion | 
Freitag, 18. Mai 2012

Gespräch mit Metropolit Augoustinos

  von links: Archimandrit Emmanuel (Sfiatkos), Metroplit Augoustinos (Lambardakis)
von links: Archimandrit Emmanuel (Sfiatkos), Metroplit Augoustinos (Lambardakis)































Am 19. Juni 2009 empfing ich den Vorsitzenden der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland (KOKID) Herrn Metropoliten D.h.c Augoustinos (Lambardakis) zu einem Meinungsaustausch, begleitet vom Beauftragten der Griechisch-orthodoxen Metropolie am Sitz des Bundestages und der Bundesregierung Archimandrit Emmanuel (Sfiatkos). Dieses offizielle Treffen war das erste zwischen einem Vertreter der FDP-Bundestagsfraktion und dem ranghöchsten Repräsentanten der Orthodoxen Kirche in Deutschland. Die orthodoxen Christen unterschiedlicher nationaler Traditionen (Griechen, Russen, Serben, Rumänen, Bulgaren, etc) stellen mit ca. 1,2 Millionen Angehörigen die drittgrößte christliche Kirche in Deutschland dar. Besonders thematisiert wurden die interreligiösen Kontakte und der ökumenische Dialog, an dem sich die Orthodoxen aktiv beteiligen. Der Gast, der Exarch des Ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel für Deutschland und Zentraleuropa ist, bekannte sich zu der dringenden Notwendigkeit des Gesprächs der Religionen auf gleicher Augenhöhe und des friedlichen Miteinanders. Ich betonte die Offenheit der Liberalen für die Werte des Christentums, wie die Nächstenliebe als Motivation für politisches und gesellschaftliches Engagement sowie das Interesse der FDP an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften bei Gewährleistung ihrer Eigenständigkeit. Diese Prinzipien sind in dem Beschluss des Bundesvorstandes "Liberale Leitlinien zum Verhältnis von Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften" verankert und sind ein Bestandteil des modernen liberalen Gedankenguts. 

Beide Seiten äußerten den Wunsch nach einer Intensivierung der Kontakte und des Informationsaustauschs zwischen der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag und der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland.































Zu Beginn des Gesprächs gab es einen kurzen Gedankenaustausch mit dem Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime und Mitglied der Kommission der FDP für Kirchen und Religionsgemeinschaften Dr. Axel Ayub Köhler bezüglich der anstehenden Islamkonferenz. So traffen in meinem Büro Islam, Katholizismus und Orthodoxie aufeinander.

FDP auf dem evangelischen Kirchentag 2009

32. Evangelischer Kirchentag in Bremen

 

Der Deutsche Evangelische Kirchentag fand in seinem sechzigsten Jubiläumsjahr unter dem Motto "Mensch, wo bist du?" statt. Dieser alttestamentarische Satz, hinter dem alle drei abrahamitischen Buchreligionen stehen, hat besonders in unserer turbulenten Zeit einen aktuellen Klang. Die Welt scheint durch Globalisierung, Technisierung kleiner geworden zu sein, doch werden die Menschen dadurch glücklicher? Den vielen Gesprächen, die ich mit engagierten Christinnen und Christen im Rahmen des Kirchentages führte, entnahm ich die große Erwartung, aber auch die große Genugtuung, die der Kirchentag erntet. Für die Menschen, die oft in leeren Kirchen beten müssen und die sich dadurch vereinsamt fühlen, ist ein so großes Treffen ein richtiger Segen. "Sprachschule des Glaubens" nennt Bischöfin Margot Käßman den Kirchentag. Tatsächlich wird der Glaube am besten durch ein Miteinander gelebt. Der Christ sehnt sich danach, gemeinsam mit Glaubensschwestern und ?brüdern die Wahrheit des Evangeliums zu bezeugen.


Kommission der FDP für Kirchen und Religionsgemeinschaften auf dem Kirchentag 2009
Kommission der FDP für Kirchen und Religionsgemeinschaften auf dem Kirchentag 2009





Auf solche Veranstaltungen, wie der evangelische Kirchentag kann man vor allem als Christ, aber auch als Politiker nur stolz sein. Die Laienbewegung, die der Kirchentag verkörpert, ist lebendig und kraftvoll. Die evangelischen Laien kommen zusammen, sie laden auch Politiker ein, um gemeinsam mit ihnen über wichtige gesellschaftliche Inhalte zu diskutieren. Dieser Einladung sind wir Liberale gern gefolgt, denn wir wissen den Dialog mit den Religionsgemeinschaften und insbesondere mit der Evangelischen Kirche zu schätzen. Die FDP hat ein weiteres Mal bewiesen, dass ihr das Verhältnis zu den Kirchen und Religionsgemeinschaften und insbesondere zu der EKD sehr wichtig ist. Für viele von uns ist die Teilnahme an Kirchentagen eine Selbstverständlichkeit. Von den Kirchen- sowie Katholikentagen nehmen wir Liberale viele fruchtbare Impulse und Kontakte für unsere Arbeit über den politischen Alltag hinaus mit und wissen den Kirchentag als eine wichtige Diskussionsplattform in seiner europa- und weltweiten Einzigartigkeit hoch zu schätzen. Am Empfang der FDP-Bundestagsfraktion nahmen über 200 Vertreter der Religionsgemeinschaften und der Politik teil.



Der Metropolit der orthodoxen Gemeinde auf dem Empfang der FDP-Bundestagsfraktion



 

Wir begrüßen die Abkehr von einer zuweilen thematischen Verengung früherer Zeiten mit ihrer einseitigen, stark linksprotestantisch beeinflussten Fokussierung auf entwicklungs-, friedens- und sozialpolitische Themen und Forderungen. Evangelische Kirchentage sind heute breiter aufgestellt. Das gilt für die Evangelische Kirche insgesamt. Beispielhaft erwähnt seien der unter der Überschrift "Kirche der Freiheit" bzw. dem Postulat "Salz der Erde" stehende Reformprozess und die auch aus liberaler Sicht sehr zu begrüßende Denkschrift zum Unternehmertum, die auf die häufig platte Kapitalismuskritik früherer Jahre verzichtet. Bleibt zu hoffen, dass die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise nicht zu einem Rückfall in alte Zeiten führt. Solche Denkschriften und Reformprozesse erfordern Mut und Selbstbewusstsein. Ich freue mich, dass diese Tugenden in der Evangelischen Kirche anzutreffen sind, denn mit Beliebigkeit, Lauheit und einem "Bloß-nicht-anecken-Wollen" ist niemandem gedient.



Artikel über den Andachtsraum im Bundestag

Artikel bei Studio - Medieninformationen:

Glauben Sie - in Berlin

Ramadan in Berlin: Grußwort anläßlich des heiligen Monats

Hans-Michael Goldmann, MdB

Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der FDP-Bundestagsfraktion
 

Grußwort anlässlich des feierlichen Fastenbrechens auf Einladung des Verbandes der islamischen Kulturzentren, 17.09.2008:

Anrede,

als erstes möchte ich mich bei den Veranstaltern des heutigen Abends bedanken.

Heute haben wir uns versammelt, und nach alter muslimischer Tradition, gemeinsam das festliche Iftar-Essen begangen. Wir befinden uns in dem für alle Muslime heiligen Monat Ramadan, im Monat des Fastens.

Für mich als Religionspolitiker hat der heutige Abend etwas Besonderes. Es ist sicherlich kein Zufall, dass das heutige Fastenbrechen beinahe gleichzeitig mit dem katholischen St.-Michaels-Jahresempfang stattfindet, an dem ich bis vor kurzem teilnahm.

Und in der Tat: als Katholik, der Interesse für andere Religionen hat und sich gern mit ihnen auseinandersetzt, stelle ich immer wieder fest, wie erstaunlich groß die Gemeinsamkeiten der praktischen Frömmigkeit im Christentum und Islam sind. Das Fasten genau wie die Pilgerfahrten sind ein gutes Beispiel für die gemeinsamen Wurzel der abrahamitischen Buchreligionen. Die uns traditionell als jüdisch-christlich bekannten Elemente lassen sich im Islam wiederfinden. Aus Gesprächen mit Muslimen weiß ich, dass der Heilige Monat Ramadan eine ganz besondere Zeit ist. Auch im Islam hat das Fasten die Idee der Entbehrung, der Reinigung der Seele und des Körpers, der Hingabe und der Enthaltung. Das Fasten spielt jedoch eine gewichtigere Rolle: es ist die dritte der insgesamt fünf Säulen des Islam und eine Grundpflicht eines jeden Muslims. Es hat einen übergeordneten ethischen Wert: all die Dinge, die einen der Unterwerfung vor Gott hindern, zu vermeiden. Der Fastenmonat ist eine Zeit, in der eine zentrale Tugend des Islams, nämlich die Barmherzigkeit besonders gefragt ist.

In den letzten Jahren hat sich das traditionelle Fastenbrechen, zu dem unsere muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger jedes Jahr einladen, zu einer Plattform für Austausch und interkulturellen Dialog entwickelt.

Wie steht es aber um den interreligiösen Dialog in unserer Gesellschaft? Bekanntlich setzt er die Akzeptanz des Anderen, Offenheit sowie die Bereitschaft zuzuhören voraus. Diese haben Ihren Ursprung in einer einfachen Sache: in dem Interesse zu einer fremden Kultur und Religion. Repräsentative Umfragen, wie etwa die Allensbach-Studie malen ein ziemlich kontroverses Bild vom Islam in Deutschland. Es geht dabei um eine Religion, die seit mehr als 40 Jahren hierzulande durch Immigration verstärkt präsent ist. Umsomehr erstaunlich ist es, wie wenig unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger über den Islam wissen und wissen wollen. Fragen Sie mal die Menschen auf der Strasse, was „Ramadan“ bedeutet oder welche die islamischen Tugenden sind. Viele Leute denken eher an Kopftuch, an Dschichad und an Ehrenmord. Das christliche Abendland verteidigen häufig Leute z. B. vor einem Moscheebau, die selber nicht in die Kirche gehen und den eigenen Glauben nicht leben. Ich denke, gerade die Ignoranz und das fehlende Interesse der sogenannten „Mehrheitsgesellschat“ sind einige Ursachen für die unzureichende Dialogbereitschaft und die mangelnde Solidarität. Keine Frage, die bestehenden Vorbehalte gegenüber dem Islam sind in erster Linie eine große Herausforderung für die Muslime selbst. Es liegt an ihnen, den Bekanntheitsgrad der eigenen Religion zu steigern, die Klischees und die Vorurteile durch gesellschaftliches Engagement und Teilhabe, durch soziale Mobilität und Präsenz mutig zu bekämpfen. Den Weg in die Mitte der Gesellschaft zu finden ist eine seriöse Aufgabe. Ein positives Image ist keine Frage von ein paar Jahren: die Popularität und die Akzeptanz einer anderen Kultur, ja ihre Integration gestaltet man generationenlang. Erfreulich ist in dieser Hinsicht, dass bei dem geplanten sogenannten „Antiislamisierungskongress“ in Köln sich vierzigmal mehr Gegner für eine Kundgebung als die Teilnehmer selbst angemeldet haben.

Was ist die Aufgabe der Politik in diesem Prozess? Wir müssen die Rahmenbedingungen für Toleranz und Solidarität schaffen, die freie Religionsausübung gewährleisten. Ich setze nicht auf pauschalisierende Verurteilungen, die dem Islam Demokratieunverträglichkeit und Unvereinbarkeit mit den Menschenrechten vorhalten, sondern auf partnerschaftliches Miteinander. Als liberaler Politiker möchte ich auch dazu beitragen, dass wir den Islam als vollwertigen, gleichgestellten Gesprächspartner im Religionsverfassungsrecht haben. Dabei spielt der islamische Religionsunterricht als eigenständiges Fach in deutscher Sprache eine wichtige Rolle und ich freue mich sehr, dass wir endlich seit drei Wochen das erste Schulbuch in Islamkunde - in diesem Fall - für die fünfte und sechste Klasse haben.

In Deutschland genauso wie in ganz Europa sind muslimische Menschen aus vielen Kontinenten – sowohl aus afroasiatischen als auch aus euroamerikanischen Ländern - zu Hause. Sie bringen verschiedene Lebensarten und Traditionen mit. Sie zeigen wie bunt und vielgestaltig der Islam in seiner geschichtlichen Entwicklung ist. Heute existieren sehr alte und ganz neue islamische Kulturen nebeneinander, eine Vielfalt an lebendigen, sehr dynamischen und wandlungsfähigen islamischen Gemeinschaften. Angesichts der Uneinigkeit bezüglich dogmatischer Fragen im Islam und der Vielzahl der Lehrmeinungen, die von unterschiedlichen Denkschulen stammen, gilt es gerade in dieser Phase innerer Auseinandersetzungen im Islam unbedingt seine liberale und moderate Richtung, soweit eine weltanschaulich neutral ausgerichtete Politik dies tun kann, zu unterstützen. Somit ist die Förderung des innerislamischen Dialogs eine wichtige Aufgabe der Religionspolitik. Es ist aus meiner Sicht vernünftig, eine Debatte anzustoßen unter Teilnahme von Islamwissenschaftlern und Religionssoziologen, die der Herausbildung eines europäischen Islams dient. Der Dialog mit dem Islam auf der gleichen Augenhöhe ist der richtige Weg und nicht der Kulturkampf oder die generalisierende Einstufung als unkompatibel mit der westlichen Wertebasis. Gegenseitigen Respekt und Vertrauen erreichen wir hingegen durch Bildung, Integrationsbemühungen und den guten Willen beiderseits.

Segensreiche Fastenzeit, Güte und Barmherzigkeit wünsche ich allen!

FDP auf dem Katholikentag 2008

Eine gelungene Premiere: Die FDP-Bundestagsfraktion richtete erstmalig einen Empfang anlässlich des Katholikentages aus.

mehr dazu

Gegen die Verschiebung des Stichtages bei der Stammzellforschung

Die geltende Rechtslage untersagt die Forschung mit embryonalen Stammzellen, die vor dem Stichtag 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen wurden.


mehr dazu

Mehr Moscheen in Deutschland?

Im Herbst 2007 hat sich eine Debatte darum entzündet, ob wir weitere Moscheen in Deutschland zulassen können. Als Liberaler kann ich darauf nur eine Antwort geben:


mehr dazu

Vortrag ''Europa und der moderne Islam''

Konferenz der FNSt am 16. August 2005 in Berlin

„Islamische Kultur und Erziehung in Europa“


„Muslim zu sein, das bedeutet etwas über den religiösen Bereich hinaus für die Lebensführung und die Zukunftsorientierung.“

mehr dazu

New Age - Sinnsuche oder Kommerz?

New Age [engl.] - Begriffsdefinitionen:

Neues Zeitalter, das von einer spirituellen, ganzheitlichen Weltsicht geprägt ist [Wahrig, Deutsche Rechtschreibung].

mehr dazu


 zurück | Startseite | Seite weiterempfehlen | Druckversion | zum Seitenanfang