„Alte Bekannte“ auf Agrarspuren bei Vörden
„Alte Bekannte“ trafen sich bei einer Besichtigungstour zwischen Bieste und Vörden vor allem auf Agrarspuren wieder.An das Wortungetüm Neuenkirchen-Vörden und ihre Ausgliederung aus dem Landkreis Osnabrück hatten sich vor 30 Jahren so manche in Vörden nicht gewöhnen können. Sie kämpften – ebenso wie in Lohne und Surwold (Emsland) oder in Langförden - in der Arbeitsgemeinschaft zur Korrektur der Gemeindereform (AKG) an meiner Seite gegen diese Pläne. Das waren meine ersten Gehversuche als Politiker.
Offensichtlich verbinden Rückschläge, denn die Wiedersehensfreude war sehr groß. „Hallo Willi“, „Benno, wie geht’s“, hieß es, als die Vorständler der Vördener FDP mich begrüßten.Bürgermeister Alfons Wieschmann hatte unsere starke FDP-Crew im Ackerbürgerhaus begrüßt und stellte gleich klar: „Wir wollen keine Cloppenburger Verhältnisse“. Damit war er schon bei der ersten Station der Agrarreise angelangt. Der Bauer Bernhard gr. Prues und Ralf Sandbrink stellten die Biogasanlage der Bioenergie Bieste vor, eine mit einem Aufwand von rund 1,5 Mio. Euro erstellte 100prozentige NawaRo-Anlage, für 0,5 MW genehmigt aber ohne großen Aufwand auf 1,0 MW aufzustocken. Darüber entscheidet der Rat am Dienstag.
In Cloppenburg stehen bereits 80 Biogasanlagen, 16 weitere sind genehmigt – landesweit gilt Cloppenburg als Synonym für ausufernde Investitionen in diesen Bereich. Dort steigen die Pachten und die Ackerpreise. Im Emsland schätzt das Landvolk, dass 50 Prozent der Anlagen die Abschreibungen nicht mehr erwirtschaften. Biogasanlagen – das war unumstrittener Tenor – gehörten in Gebieten mit hohen Getreideüberschüssen und nicht in Veredelungsgebiete.
„Biogasanlagen können aus der Stärke der Veredelung eine Schwäche machen“, meinte Jan Thamann bei der Besichtigung des Kraftfutterwerkes Thamann&Leiber in Neuenkirchen. 20.000 Tonnen Lagerkapazität gibt es hier. Entsprechend hoch seien bei 500 bis 600 Rezepturen auch die bürokratischen Hemmnisse.
Nach der Vorstellung des „Niedersachsen-Parks“ und einem zünftigen Grünkohlessen stellte ich meine Vorstellungen in der Agrarpolitik vor. Der Agrarbereich wird in Niedersachsen in der Wertschöpfung bald die Automobilindustrie überholen. Dabei ist Südoldenburg die Top-Region, auch wenn die Emsländer sich Mühe geben.
Die Freiheit fängt nicht mit der gefüllten Geldbörse an, sondern mit den Chancen. Die FDP will der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung Vorfahrt gewähren, ohne aber die Fürsorgepflicht zu vergessen.





