Michael Goldmann

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Freitag, 10. Februar 2012

Arztversorgung im ländlichen Raum

Die letzten Gesundheitsreformen haben dazu geführt, dass die Ärzteversorgung im ländlichen Raum immer schwieriger wird. Insbesondere die Versorgung mit Hausärzten war in den letzten Wochen ein häufiges Thema. Ich hatte mich mit Ärzten getroffen und schließlich am 05. März einen Termin für einige Ärzte beim Gesundheitsminister in Berlin organisieren können. Dem Minister wurde anhand einiger praktischer Beispiele vorgetragen wie verheerend die Situation für Hausärzte ist. Allein im Emsland sind 59 Hausarztstellen unbesetzt, was zur Folge hat, dass die verbliebenen immer mehr Patienten erhalten, für die sie wegen Erschöpfung ihres Budgets aber keine Kosten abrechnen können. In anderen Bundesländern haben die Kassenärztlichen Vereinigungen deshalb meist eine Gesetzesmöglichkeit ausgenutzt, wonach die Zahl für Patienten in solchen Regionen erhöht wurden, doch die KV Niedersachsen will davon nichts wissen. Im Gegenteil, die abrechnungsfähigen Patientenzahlen sinken von Jahr zu Jahr. Minister Rösler musste aber klarstellen, dass das Ministerium keinen Einfluss auf die Kassenärztliche Vereinigung hat. Das obliege den Selbstverwaltungsgremien.
Die Ärzte haben beim Termin im Gesundheitsministerium aber nicht nur geklagt, sondern auch praktische Lösungsvorschläge unterbreitet, die Minister Rösler aufmerksam aufgenommen hat. Er erklärte schließlich, dass das Problem dem Haus natürlich bekannt sei und er in den ersten Monaten seiner Amtszeit schon häufig mit dem Problem konfrontiert worden ist. Deshalb arbeite das Haus auch gerade an einem Vorschlag, das sowohl das Problem der steigenden Arzneimittelkosten, als auch das Problem der zu niedrigen Budgets der Hausärzte angehe. Er schätze, dass es noch zwei bis drei Wochen dauere, bis er der Öffentlichkeit Einzelheiten mitteilen könne.
Ein weiteres angesprochenes Themenfeld war die geplante Kooperation der Universität Groningen und der Universität Oldenburg bei der Medizinerausbildung. Dies würde nicht nur die Uni Oldenburg aufwerten, sondern die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Studenten aus der Region auch nach Abschluss ihrer Ausbildung in der Region blieben. In der Praxis ist es nämlich immer schwieriger ausgebildete Mediziner dazu zu bewegen, sich im ländlichen Raum niederzulassen. Minister Rösler musste für diesen Fall allerdings an das Land verweisen, weil der Bund hierfür keine Zuständigkeit habe.

Alles in allem war dies ein interessanter Termin, nicht nur für die Ärzte.

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